WEIHNACHTEN, STRAND & STACHELROCHEN

Wer mich kennt, weiß: Ich bin eher der Typ Spontanurlauber. Individualreisende. Na gut – meist in Familienformation. In kleinen Hütten, Airbnb, gern auch mal aufm Campingplatz unterwegs. Low key. Das A und O. Langstrecke? Muss nicht sein!

Und dann: verbringe ich Weihnachten auf nem Kreuzfahrtschiff. Gezwungenermaßen –  warum, dazu  gleich ausführlicher. Aber das vorneweg: Es war gut. Sogar richtig gut!

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Von vorne. Meine lieben Schwiegereltern sind schuld. Für ihren 50. Hochzeitstag (!!) sollten bitte alle Söhne und deren Familien mit ihnen eine Reise in die Sonne machen. Über Weihnachten. Das war seit ca. drei Jahren klar. Okaaaaaay. Schnell war auch klar, dass es eine Kreuzfahrt ins Warme sein und das Ganze von den USA aus starten sollte, weil da einfach die meisten Familienmitglieder herkommen.

Nun gab es also zwei Probleme:

1. Weihnachten. „Was ist mit MEINER Familie (Eltern? Schwester?) Ich will doch auch mit euch feiern?!“ 😦 Schwierig und

2.) Kreuzfahrt. „Whoa – bin ich Krösus, oder was?!“ Flüge für alle vier (inklusive BABY) von uns nach Miami (Langstrecke!) zur Weihnachtszeit (Hallo, Preise?!), plus Kreuzfahrt (plus Hundehotel für unseren Hund Lilly, weil #weihnachten). Das ist doch irre??! – Denn Bezahlen mussten wir natürlich selbst. Haha.

Die Lösung fürs erste Problem ist schnell gefunden – meine Eltern kommen mit, meine Schwester auch. Yay!! Und dann finden wir ne Kreuzfahrtflotte mit Kinderrabatten, die damit ETWAS preisgünstiger wird als einige amerikanische Anbieter. (Wenigstens. Teuer wars aber natürlich trotzdem. Egal – es war ein once-in-a -lifetime Ding, das wir so schnell nicht wieder machen.) Bei den Flügen warten wir leider zu lange. Wozu das führt -dazu mehr in einem anderen Post.

Am Tag vor Weihnachten stehen wir dann in der (langen) Check- in-Schlange im Terminal F in Miami und ich kann das Ganze irgendwie erst wirklich nicht glauben, als ich auf dem Balkon unserer winzigen Kabine stehe und DAS hier sehe.

Wir machen ne Kreuzfahrt!! Mit der gerade erst fertig gebauten und getauften „MSC Seaside“ gehts für 20 von uns am 23.12. auf Jungfernfahrt (meine und die des Schiffs – haha!) in die Karibik. In die Sonne. Aufm Meer. (Zum Kreuzfahrterlebnis selbst kommt demnächst noch ein Extrapost)

FIRST STOP: ANTIGUA

Am zweiten Weihnachtsfeiertag, nach zweieinhalb Seetagen (die ich als sehr entspannend empfinde), erreichen wir morgens kurz vor acht Antigua. Ich bin aufgeregt! Will so viel sehen! Wir haben knapp 10 Stunden, da sollte doch was gehen.

Eine Stunde später (Reisen mit der Familie … es zieht sich irgendwie immer) gehen wir endlich von Bord. Wir erkunden ein wenig die Stadt (Es herrscht Hochbetrieb mit insgesamt sechs! Kreuzfahrtschiffen im Hafen!) Schnell wird es uns zu viel und wir überlegen lieber, welche Tour über die Insel wir mit welchem Taxifahrer buchen wollen. Vor Angeboten können wir uns kaum retten – jeder Taxifahrer und sein Bruder (die Schwester übrigens auch) wittert die Chance auf ein gutes Geschäft! Handeln geht auch, und ich habe in kurzer Zeit mehrere Optionen, die alle gut klingen. Let’s go!!

Mein Mann will noch schnell Geld holen – easy – und: bekommt keins.

Nix. Nirgends. Hier in Antigua heißt die offizielle Währung: Caribbean Dollars. Alle Guides sagen aber: „Nix Caribbean Dollar – nur U.S. Dollar.“ Okay, okay! Wir versuchen es an drei verschiedenen Geldautomaten, sogar im Casino. Nix! Wir kriegen einfach kein Geld. Wahrscheinlich, sagt mein Mann, hat die Bank aus Sicherheitsgründen die Karte gesperrt. (#Tipp: Vorher anrufen und bescheidsagen, wo man hinreist. Duh) Jetzt können wir leider nix machen: Auch in Deutschland ist der zweite Weihnachtsfeiertag.

Um kurz nach 10 an diesem Morgen stehe ich also am Hafen, und denke ich bin im falschen Film. Auf der Insel mit den weltschönsten Stränden – und dann hängen wir im Hafen fest. Laune: gen 0. Nee: gen -100.

Dann endlich eine gut Nachricht: Der Bruder meines Mannes kommt mit einem Bündel Dollar (ein Hoch auf Familienreisen!) zu Hilfe und wir fahren wenigstens noch zu einem Strand. Yay!!!!!

Zu mehr haben wir leider keine Zeit, da wir mittags schon wieder zurück sein müssen für unsere bereits gebuchte Tour zur Stingray City (dazu unten mehr!) Der Ffryes Beach aber ist toll – 20 Minuten entfernt in Richtung Süden und wunderschön. Wir machen das beste aus der kurzen Zeit.

Kosten: Der Strand selbst kostenlos, Liege für ne Stunde: $5. Sonnenschirm ($10) kneifen wir uns und kriechen unter einen Baum.
Die Taxifahrt hin und zurück (der Fahrer holt uns eineinhalb Stunden später wie verabredet ab): $16. Pro Person!

Hier die Dinge, die ich EIGENTLICH gern noch gesehen hätte:
Shirley Heights (Ausblick!) und English Harbour ganz im Süden! Keine lange Autofahrt, nur ca. 40 Minuten, da Antigua nicht groß ist. Leider nicht geschafft! Schade
Und: weil die Strände alle toll sein sollen: Grand Pineapple Beach, Turner’s Beach, Pigeon Beach. Next time! Haha!

 

Zurück am Boot geht es für einen Teil von uns direkt zur nächsten Tour – ein Besuch bei  den Stachelrochen (!!!) in der Stingray City. Der Rest freut sich auf einen Nachmittag im Schwimmbad an Bord, auf Chillen und in Ruhe alle Rutschen durchzuprobieren.

Meine große Tochter hatte mir übrigens schon vor der Reise immer wieder gesagt, wie gerne sie mal mit Delfinen schwimmen möchte (Delfine – ja. NICHT Rochen. Das sollte mir dann später auch auf die Füße fallen.)

Bei den Rochen allerdings freue ich mich besonders darüber, dass sie nicht eingesperrt (wie eben die besagten Delfine) leben, sondern in Freiheit. Also – auf in einen neuen Bus und los – ca eine halbe Stunde in Richtung Ostküste der Insel. Angekommen, gibts erstmal eine 10-minütige Sicherheitseinführung in das Handling der Stachelrochen („Stomp or shuffle your feet in the water…“, „Don’t lift them up in the air!“ Aaaaaaha 😅), dann werden alle Touristen in verschiedene Boote verteilt. Wir sitzen im Boot 9 und nehmen hinten neben unserem Skipper Platz. Auf gehts in Highspeed durch die Mangroven in Richtung Stingry City auf dem offenen Wasser. Zehn Minuten später sind wir pitschnass aber schon jetzt ziemlich glücklich!

Mit den Rochen zu schwimmen ist Mega!!! Was für Tiere. So groß und – ich habe Respekt. Vor allem vor dem Stachel. Wie war das nochmal? Was soll ich nicht machen um sie nicht zu erschrecken? Ohweia. Ich darf einen füttern und lasse vor lauter Angst spontan das Essen fallen, das mir der Guide gegeben hat. (Ich glaube, der Rochen hats trotzdem gefunden.)

Meine Tochter findet das alles nicht mehr lustig, nachdem eines der Riesenviecher sie mit dem Stachelschwanz streift. Sie ist raus und auch nicht mehr ins Wasser zu bewegen. Nachvollziehbar. Für eine Siebenjährige. O-Ton sie: „Mama, ich wollte aber doch mit DELFINEN schwimmen, nicht mit so gefährlichen Tieren“. Ich: „MhhJaaaa. Du hast recht.“

(#tipp2: Mindestalter für diese Tour beträgt wohl nicht ohne Grund 6 Jahre…) Sowohl für mich als auch auch für meine Schwägerin und ihre Familie (mit älteren Kindern) ist die 5-stündige Tour ein Mega-Erlebnis: Die Fahrt, das Meer, die Rochen und danach den selbstgemachten Rum-Punsch, den es aufs Haus gab. Toll!!!!!

Um 17:30 sind wir zurück an Bord und kurz darauf legt das Schiff ab. Next stop, nur 13 Stunden später – St. Thomas. Dazu demnächst mehr, hier aufm Blog. 😉

Fotografiert mit iPhone 6s und Olympus PEN RL-8. Bitte keine Benutzung ohne Erlaubnis.< /em><<<<
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