TSCHÜSS, WINTER- DIESMAL: TEL AVIV!

Ich hab das deutsche Grau über. Cleo ist 5 Wochen alt, das Wochenbett hab ich langsam wirklich genug gehütet und mein Mann muss bald beruflich nach Tel Aviv. Komm, wir fliegen mit, sag ich zu meiner sechsjährigen „großen“ Tochter Matilda. Und muss ihr erstmal auf ihrem Globus zeigen, wo Israel eigentlich liegt. Zweieinhalb Wochen später sitzen wir in einer El Al Maschine. Und ich fühl mich ziemlich *Badass*. Knapp vier Stunden später sehen wir Palmen, ziehen die dicken Jacken aus und das beste: Cleo hat alles verpennt. Hier meine fünf (einhalb) anderen Gründe, warum ich finde, dass Tel Aviv im Winter ne super Idee ist.

  1. Das Wetter. Auch im Winter gehen die Temperaturen hier selten unter 10 Grad – im Sommer dafür gerne mal über 50. Herbst bis Frühling sind daher meine bevorzugten Reisemonate 😉
  2. Der eeeeewiglange, wunderschöne Strand. Hallo?! Meine wintergeplagten Augen können es nicht fassen: Palmen! Sonne! Meer! WÄRME!!!! Wir wohnen in einem Airbnb-Apartment zwei Minuten vom Frishman Beach entfernt. Am Strand sind wir jeden Tag, laufen mal nach Norden, in Richtung Hafen. Oder nach Süden, in Richtung Jaffa. Es gibt einen langen Boardwalk, der auch kinderwagentauglich ist. Ansonsten habe ich Cleo in der Trage. Easy.
    #tipp1: Hotelpreise in Tel Aviv können mitunter recht happig ausfallen. Apartments gibt es jede Menge  und zumindest mit unserem zweiten haben wir außerordentliches Glück: Ein Penthouse mit Blick über die Wolkenkratzer (und Kräne) ringsherum. In Tel Aviv herrscht gerade ein ziemlicher Bauboom.
    Hier ein paar Eindrücke:

    UND: Tagsüber klettern die Temperaturen auch im Februar/März schonmal auf 26 Grad. Morgens und abends dagegen ist es recht frisch. Deshalb #tipp2: Immer Pulli einpacken! Auch für die Klimaanlagen, die auch im „Winter“ überall laufen (Heizungen dagegen eher nicht, auch das beachten!)

  3. Das Essen. Ich möchte mich ungelogen durch die Stadt *fressen*. Am ersten Abend spült es uns ins Kukiza, rein zufällig, es liegt in der Nähe unseres Apartments. Hier merken wir, was sich in den nächsten Tagen öfter wiederholen wird: Es gibt in dieser Stadt einfach das beste Hummus aller Zeiten, ganz selbstverständlich auf den Tisch gestellt, zusammen mit ein paar Scheiben Brot. Ich ordere dreimal nach, um ja nix verkommen zu lassen. Unfassbar lecker!! Und auch sonst: Ob kleine Cafés oder ausufernden Märkte (heißen hier: „Shuks“). Es ist ein Fest für die Sinne. Ich möchte das beste Hummus der Stadt finden, stelle aber fest, sie sind irgendwie alle gut. Wir besuchen am nächsten Tag den Carmel Market, den größten Obst- und Gemüsemarkt der Stadt. Ein Falafel an einem der Stände bringt mich zu folgender wegweisenden Erkenntnis:  Was man in Deutschland bekommt, ist wirklich NICHTS im Vergleich zu dieser cremigen Geschmacksexplosion. Sogar meine Tochter steht jetzt auf Falafel (gut, irgendwie kommt man aber auch in Tel Aviv nicht drum herum), einfach weil es sooo lecker schmeckt.
    Shakshuka
    ist das andere, was einem hier ständig quasi vor die Füße fällt. Zum Glück! Eine Spezialität der israelischen Küche, die ich seit dem Rezept von Yotam Ottolenghi oft zuhause gekocht habe. Fußläufig von unserer Wohnung liegt die Shakshukia
  4. Shopping. Gut, mit einem Säugling und einer fast 7-Jährigen im Schlepptau nicht das erste, woran ich denke. Aber diese Stadt hat Style, sie ist lässig, sie macht jedem Spaß, der halbwegs was für Stil und Mode übrig hat. Wir machen einen Ausflug zur Sheinkin Street, ganz in der Nähe des Carmel Markets. Dort gibt es jede Menge kleine Geschäfte und Lädchen. Ob „Arts & Crafts“ oder Modeläden – es macht so viel Spaß hier entlangzuschlendern. Kurz bevor wir in den Rotschild-Boulevard einbiegen, halten wir an einer Juice Bar (die gibts hier übrigens auch an jeder Ecke). Wir wollen was Leckeres. Und Gesundes. Kriegen wir. Dabei diese Original-Unterhaltung mit dem (ziemlich hotten, auf jeden Fall sehr hippen) Betreiber, während meine Tochter und ich an unseren farbenfrohen Getränken ziehen, und die Kleinste im Kinderwagen schlummert:
    Er: „Where are you from?“
    Ich: „Germany.“
    Er: „But you’re not from Berlin, right?“
    Ich: „Nope. Where do you think? Take a guess!“
    Er: „Hmm… Maybe Cologne… Or Frankfurt?“ 
    Ich: „No way.. how did you figure?“
    Er: „Well, people from Berlin are always so.. cool.“

    Danke fürs Kompliment. #sonotcool. Haha. Ich lache immer noch über diese Unterhaltung.
  5. Meir Garden. An einem Nachmittag hier sitzen wir entspannt auf einer der vielen Parkbänke und beobachten die Leute um uns herum. Ansonsten spielt Matilda auf dem Spielplatz, zählt die Fische im Teich oder beobachtet ein Fernsehinterview, das vor unserer Nase geführt wird. (Ich muss sie davon abhalten, ständig ins Bild zu laufen, weil sie natürlich dabei steht und herausfinden will, worum es genau geht.)
    Im Park befindet sich auch das LGBT Center Tel Avivs und eins der Landwer Cafés (ein Franchise-Unternehmen mit mehreren Cafés in der Stadt) mit ultraleckerem Frühstück, Sandwiches und Kuchen. Eine schöne Location, zum drinnen- und draußen sitzen. Und genug Platz für den Kinderwagen gut es auch. Wir beobachten an diesem Nachmittag, wie eine Katze eine vorwitzige, aber leider eindeutig zu langsam Taube fängt und sie ins Gebüsch zieht. Meine Tochter ist erst schockiert, später ist das ihre Lieblingsgeschichte von Tel Aviv. Der Natur einmal hautnah bei Überlebenskampf zugeschaut.
    Das bringt mich zu meinem letzten (halben) Punkt, einem für die kleinen Touristen:5-einhalb: Katzen. Ja, richtig. Katzen. Die Lieblingsbeschäftigung meiner Tochter ist es, bei unseren Wanderungen durch die Stadt die vielen (vielen!) freilaufenden Katzen zu zählen. (#Tipp3: Aufgaben! Wichtig für Kinder. :-D)
    Abgesehen von Katzen sieht man übrigens auch viele Hunde, vor allem am Strand, mit ihren Besitzern gemütlich entlangschlendernd. Überhaupt – es ist alles so gechillt. Und sauber. Trotz Hunde. Top!

Wir haben Tel Aviv komplett zu Fuß erkundet. Einiges dagegen ist besser mit dem Auto (oder Bus) zu erreichen, je nachdem, wo man wohnt. Was auf jeden Fall beim nächsten Mal auf dem Programm steht: die alte Stadt Jaffa im Süden und der Stadtteil Florentin, der „hippe“ Teil von Tel Aviv, der immer mal wieder mit SoHo in New York verglichen wird. Wir haben uns dieses Mal vor allem treiben lassen, für uns perfekt. So kam jeder auf seine Kosten.

 

 

*Direktflüge von Frankfurt mit El Al kosten übrigens um die 300 Euro.

#Tipp4: Beim Rückflug melde ich mich direkt bei unserer Ankunft im Flughafen bei einem der Mitarbeiter von El Al und deute auf das Baby im Kinderwagen. Die Schlange am Check-In-Schalter ist nämlich seeeeehr lang. Nachdem wir die Security-Fragen beantwortet haben (El Al nimmt es hier sehr genau) leitet dieser Mitarbeiter uns kurz darauf enthusiastisch zum Anfang der Schlange durch. Wir haben bis zum Flugzeug also quasi keine Wartezeiten. Unschlagbar kinderfreundlich, die Israelis (so zumindest unsere Erfahrung)! Top!

#Tipp5: Von Freitagabend bis Samstagabend herrscht in Israel Sabbat, oder Shabbat. Viele Geschäfte haben zu. Es fahren auch keine öffentlichen Verkehrsmittel. Busse und Züge stellen am Freitag am Nachmittag ihren Betrieb ein und fahren erst wieder am Samstag, wenn es dunkel ist. Bitte bei der Reisplanung einbeziehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s