KINDERZIMMER – Zeit für bunt

Warum sehe ich eigentlich nur noch eine Sorte Kinderzimmer?

Sie sind schwarz/weiß, sie sind gestylt, sie sind schön.

Diese Zimmer sind für Mütter.

Ich glaube Mütter richten so gerne Kinderzimmer ein, weil sie dort machen können, was sie wollen. Meist haben sie freie Hand, der andere Erwachsene im Haus lässt sie. Sie können frei entscheiden – ohne Kompromisse. Das geht häufig im Wohnzimmer/Schlafzimmer nicht. Da möchte der Partner mitbestimmen, da müssen irgendwie die riesen Boxen und der TV untergebracht werden, da wird um den Ficus aus Studentenzeiten gerungen. Das passiert Dir mit einem Säugling nicht. Der sagt nichts, der will nur Milch.

Und so entstehen sie – diese perfekten Zimmer, in denen jedes Detail stimmt, in denen das Spielzeug zum Farbschema passen muss, in denen einfach alles schön ist.

Versteht mich nicht falsch, ich mag es auch schön. Ich mag es auch stylisch und ich mag es eigentlich auch nicht bunt. Ich liebe diese ganzen tollen Grautöne, die es gibt. Dieses dynamische Elefantengrau, das ruhige Kieselgrau und wie sie alle heissen. Aber mein Sohn sieht das anders, er mag es in erster Linie BUNT.

Anfangs hat man ja noch diese wunderbare Ausrede: sie sehen ja nur Schwarz/Weiss, Kontraste sind wichtig, um das Auge zu schulen, das Baby findet es so am tollsten!

Aber was dann? Was, wenn Sie auf einmal Farbe fordern, wenn sie es am schönsten finden, wenn es nicht zusammenpasst.

Dann sind Kompromisse gefragt, dann muss man einfach die Augen zumachen, dann muss man es einfach mal so lassen.

Das ist schwer, das ist sehr schwer. Ich möchte, dass mein Sohn ein Gespür für schöne Dinge entwickelt, ich möchte, dass er möglichst wenige Geschmacksverfehlungen auf seinem Konto verbuchen kann. Ich möchte aber vor allem, dass er Kind ist.

Aber wie vermittelt man Kindern Stil? Und möchte ich meinem Kind das antun? Oder sollte ich es glitzern und blinken lassen?

Geht es auch stilvoll und trotzdem kinderfreundlich in bunt?

Es geht. Man muss es ja auch nicht übertreiben. Wie bei allem gilt auch hier: Das richtige Maß finden ist der Schlüssel. Bereiche schaffen, Ruhe im Schlafbereich, knallen im Spielbereich.

Ein Kind braucht Reize, denn das Kinderzimmer bildet den Rahmen für die motorische und geistige Entwicklung.

Am Ende ist man also die Summe seiner Erfahrungen und der Stil der Eltern bleibt eine lebenslange Referenz.

Das muss reichen, denke ich mir und hänge Luftschlangen in fürchterlichen Farben über sein Regal mit den Holztieren. Er hat sie im Kindergarten geschenkt bekommen und findet sie einfach nur sehr, sehr schön.

Hiermit ist der Startschuss gefallen: Wir nehmen Euch ab jetzt regelmäßig mit in Kinderzimmer, die bunt sind! Eben in Zimmer von Kindern!

Das erste Zimmer ist von Wim: Schaut Euch gerne um!

2 thoughts on “KINDERZIMMER – Zeit für bunt

  1. Das ist ein sehr, sehr schönes Zimmer, aber auch eher ein Mütter-Zimmer, oder? So schön, so ordentlich, so schön ordentlich sieht es bei uns höchstens dann aus, wenn die Kinder eine Woche bei den Großeltern sind und Mama endlich mal wieder alles an seinen Platz geräumt hat, den Kleinkrempel aus den Regalen weggeworfen hat, sich durch 35 Lagen bekritzeltes Papier gearbeitet hat, den ganzen Plastik-Merchandising-Scheiß (Anna! Elsa!) in irgendwelche blickundurchlässigen Boxen verbannt hat und überhaupt den Inhalt des Kinderzimmers von der Fußbodenfläche zurück in Schränke und Regal verteilt hat. Das Konzept „Erst eins wegräumen, bevor das nächste ausgepackt wird.“ funktioniert bei unseren Kindern einfach nicht. Ich empfehle zu dem Thema Deine Freunde: „Räum auf“ …

  2. Hallo liebe Katrin 😀 Danke für diesen coolen Kommentar!!! Ich kann dich ja soo gut verstehen, das ist bei uns nämlich ganz genau SO (auch wenn die Elsa-Phase GOTTSEIDANK bei meiner Tochter vorbei ist. Puh!!!) Und ja, das stimmt, auf den Fotos sieht es sehr aufgeräumt aus. Weil Fotos 😉 Der lieben Britta ging es in dem Beitrag aber ja eigentlich um die fehlende Farbe. (Mehr BUNT in deutschen Kinderzimmern!!!) 😉
    Das Konzept, von dem du da schreibst, wende ich übrigens auch gerne immer mal wieder an. Zumindest theoretisch. Praktisch ist es dann so, dass ich gerne mal mit ausgebreiteten Händen durchs Zimmer gehe, wenn Madame in der Schule ist, und rumliegende Dinge in den Papierkorb befördere. Lalalaaa! Wir freuen uns jedenfalls, dass du uns liest und sind dankbar für dein Feedback. Rock on!!

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