REGINAAAA! ODER: ZEIT STATT ZEUG

Ich liebe Regina Spektor, seit ich vor sieben Jahren (mit meiner ersten Tochter im Kinderwagen) das Handy auf der Strasse in die Luft reckend per „Soundhound“-App versuchte, dieses Lied einzufangen, das da immer um 10:30 aus dem Fenster schepperte, wenn die Mädels Tanzprobe hatten. Nach drei Wochen schwerer Recherchearbeit (nebenan war ne laute Baustelle) fand ich dann endlich heraus, wie das Lied  heißt – und nach einer kurzen Youtube Recherche (Spotify gabs da glaub ich noch nicht) war ich schwer verknallt. 

Fast forward 2017. Ich habe inzwischen nicht nur eine, sondern zwei Töchter und: Regina kommt!!!! Echt jetzt! Live und wahrhaftig. Nach Europa. Schnappatmung, als mein Mann mir das kurz vor meinem Geburtstag freudig verkündet (er tritt dann auch prompt dem Regina Fanclub bei um schon vor dem offiziellen Tix-Sale die „besten“ (!) Karten zu bekommen.) Leider das einzige Konzert in Deutschland am Tag vor der Einschulung der Großen. In Berlin. Shit! Das andere: In London. London!!!!! Also – dann da hin! Mit wem? Allein? Mit der Freundin???

Nee! Mit der Großen. Klare Sache. Muddi-Tochter. GIRLS TRIP. Sie kann schließlich die meisten Lieder lauthals mitsingen. Am allerlautesten allerdings leider den Sailor Song (Refrain: „Marianne’s a B*&ch, Marianne’s a B*&chhhhhhhhhh“). Oops.

Das Ticket wird also nicht nur mein Geburtstagsgeschenk, sondern auch ihrs.  Zum 7. (Wobei – Das Ticket selbst ist ja nun wirklich NICHT  das teuerste (Hallo??? Flugtickets?!  Hotelpreise!!!!!!!!-Egal)). Der Geburtstag kommt, die Freude über Zeit mit Mama und Reginaaaaaa und London ist groß, aber irgendwie noch sehr abstrakt.

Fast forward – 9. August. Es geht los. Endlich London! 9 Uhr mit dem Flieger hin, im Regen ankommen, bei Tesco komische Sachen einkaufen, Underground fahren („Oh Mama, die Sitze sind aber gemütlich!!“), ne Runde Mittagsschlaf im gemütlichen Hotelbett, danach Crepes essen in der kleinen Creperie um die Ecke. Mit Nutella. Und heißen Kirschen. Für sie. Für mich die etwas gesündere Variante mit Spinat und so. Nur sie und ich. Ohne kleine Babyschwester. Ohne Papa. Ohne Spülmaschine ausräumen, oder Waschmaschine, oder doofes Zimmer aufräumen. Allein das schon – besser als jede Bibi&Tina CD. Sagt sie.  Oder Playmobil-Karussel („Obwohl, Mama…“).

Dann will sie schonmal gucken gehen, wo das Konzert sein wird am Abend. Ich auch. Ist nicht weit, Muddi hat nämlich mitgedacht bei der Hotelauswahl. Wir machen Spring-Bilder. Klar. Sie von mir, ich von ihr. Sie ist aufgeregt. Und ich erst!!! (Reginaaaaaa!)

„i talk to much“ Um 19 Uhr stehen wir in der Schlange am Eingang des Eventim Apollo. Natürlich sind wir nicht die ersten. Es regnet wieder. Egal, wir haben uns direkt nach der Ankunft im Penny Store quietschbunte Regenschirme gekauft. 1 Pfund pro Stück. Beste Investition.

Sie ist stolz, als kleines Mädchen zwischen all den Erwachsenen rumzuspringen. Als wir dann am Merch-Stand zwei Regina-Shirts kaufen (eins in M für mich, eins in XS für sie) und sie uns auf der Toilette gleich drüberziehen, grinst sie übers ganze Gesicht.

Als Regina um 20:25 endlich die Bühne betritt, quietsche nicht nur ich. Zwei Stunden lang gibt Regina alles – und meine Tochter auch. Nach der ersten Stunde hängt sie zwar erschöpft eher auf meinen Schoß (Hallo Zeitverschiebung). Aber wir halten beide durch, bis zum Ende. Das Shirt hatte sie vergangene Woche in der Schule an. Und wenn es irgendwann zu klein ist, kriegt sie meins. Damit sie sich immer dran erinnert, welches ihr erstes „richtiges“ Konzert war. In London. Bei Regina. Mit Mama.

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